Bezahlung von Top-Managern werden nicht vom Markt geregelt
Diese Woche stand mal wieder ganz im Sinne der Finanzkrise. Es wurde wieder mal etwas von der Verantwortung des Managements der Finanzkonzerne geredet und die Frage kam, wie man Ruhe und Vernunft in die Märkte bringt. Ob Leerverkäufe, bis zum 31. Dezember 2008 sind diese bei Finanzkonzernen verboten, und andere Wettgeschäfte moralisch vernünftig sind, bezweifel ich. Eine Bank sollte kein Lotto spielen dürfen und brauchen. Andererseits werden Banken nach ihrem Erfolg gemessen. Daher kann es nicht verwundern, wenn solche Geschäfte abgeschlossen werden. Ich allerdings würde nicht Lotto spielen, um meine Miete bezahlen zu können. Es sollten also Regeln her, was für Geschäfte erlaubt sind und wie der Erfolg berechnet wird. So ist es meiner Meinung nach die erste Pflicht einer Bank, das Vermögen der Kunden zu bewahren und erst dann, substanziell zu wachsen. Aber auch in der Bezahlung des Managements sollte es Änderungen geben.
Um ein großes Unternehmen zu führen, benötigt man viele Kenntnisse und viel Wissen, keine Frage. Hinzu kommen sogenannte Soft-Skills, persönliche Eigenschaften wie Moral, Einsatzwille und ganz wichtig, der Interesse und der "Spaß", den Job zu erledigen.
Meine Erfahrung hat mir gezeigt, daß ein Sutdium nur ein Grundbaustein im Leben darstellt und nicht mit dem Master, dem Diplom bzw. sonstigen Abschlüssen endet. Und auch ein Professor lernt täglich eine Menge dazu. Um diesen Antrieb, jeden Tag weiter zu lernen, zu erhalten, ist es wichtig, Interesse und Spaß mitzubringen. Dieser Lernprozeß bringt Erfolg und bildet so einen Kreislauf. Ein Unternehmen wie z.B. eine Bank funktioniert nichtg nur wegen des Managements, wie diese es gerne behaupten. Dem Management fehlen überwachende Komponenten. Wer sagt ihnen, wann ein Bereich geteilt werden muss, damit es managebar ist. Keiner.
Läuft es mit dem Unternehmen gut, freuen sich alle. Wird es mal schwieriger, kommt Unmut auf. Es ist zu viel zu tun. Die Familie bleibt auf der Strecke. Das sind sicherlich richtige und wichtige Aussagen, allerdings werden diese oftmals mit einer Lohnerhöhung abgegolten. Das löst das Problem allerdings nicht. Die Arbeit ist nicht mehr zu schaffen. Meistens fällt es erst dann auf, wenn es zu spät ist. Ich gehe mal davon aus, dass keiner gezwungen wurde, Führung zu übernehmen. Eine Verteilung der Verantwortlichkeiten auf neue Führungskräfte würde dem Argument der Mehrarbeit entgegenwirken und anders als einer Lohnerhöhung Abhilfe schaffen. Eine Zusammenarbeit mit anderen Mitarbeitern setzt allerdings Vertrauen voraus. Die Kunden haben dies derzeit verloren.
Jetzt sind die Unternehmen an der Reihe, ihre Mängel aufzudecken. Ich finde diesen Prozess nicht einfach und mir fällt immer das folgende Beispiel zur Akzeptanz eigener und fremder "Fehler" hierbei ein.
Ich fahre mal wieder mit der Bahn, dem Umweltschutz sei Dank. Die Durchsage: "Unser Zug hat leider eine Verspätung von 30 Minuten!" nervt mich wieder. "Typisch Bahn!", denke ich da.
Es ist sicherlich nicht schön, verspätet am Ziel anzukommen. Fahre ich allerdings mit dem Auto und stehe dabei eine halbe Stunde im Stau, würde ich nie auf den Gedanken kommen, mich auszuschimpfen. Ich akzeptiere es einfach schneller. Es war meine eigene Entscheidung!
Das Problem kennen wir Informatiker übrigens zu Genüge, spätestens dann, wenn die Software eine Fehlermeldung auswirft. Denn dies "darf nicht" passieren. ![]()
Die Mitarbeiter eines Unternehmens, im Beispiel also einer Bank, bewerben sich, werden dann zum Vorstellungsgespräch eingeladen und bezahlt. Dies erfolgt nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Dabei spielt die Anzahl der Arbeitnehmer mit deren eigenen Wertvorstellungen eine wichtige Rolle. Die Anstellung erhält die Person, die sich "am besten verkauft", also:
- die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten am besten darstellt
- seine Wertvorstellung mit denen des Unternehmens am besten übereinstimmt und
- deren erweiterte Kenntnisse ein besseres Gehalt akzeptabel erscheinen lassen.
Alle Menschen, die nicht verkaufen können, haben schlechte Karten.
Der Einstieg im Management sieht anders aus. Der Markt sieht dort ganz anders aus. Headhunter werden beauftragt, geeignete Personen zu finden. Gesucht werden Menschen, die Erfolge vorweisen können. Aber wie findet man erfolgreiche Manager? In Beiträgen der Financial Times? Sind alle erfolgreichen Manager bekannt? Sicherlich nicht. Und wie sieht dann die Auswahl aus?
Bei 2 Personen A und B mit gleichwertigen Kenntnissen, aber unterschiedlichen Gehaltsvorstellungen wird demjenigen, der mehr Geld verlangt, mehr zugetraut. "Er kann sich gut verkaufen." Ob es einer Bank nützt, wenn der Chef verkaufen kann, sei dahingestellt. Das Gehalt kann wohl kaum vom Markt gebildet worden sein. Herr Ackermann zum Beispiel sehe ich als sehr fähigen und intelligenten Banker und möchte ihn mit diesem Beispiel nicht zu nahe treten, allerdings glaube ich, es gäbe auch einen anderen Manager, der für weniger Geld den gleichen Erfolg erzielen kann.
Bei der nächsten Gehaltsverhandlung schlage ich deshalb vor, sich zu überlegen, ihre Verantwortlichkeiten aufzuteilen, denn das würde dem Unternehmen mehr helfen. Und wenn die Verantwortung zu groß wird, besteht immer noch die Möglichkeit, diese abzugeben und im mittleren Management zu arbeiten, wo von beiden Seiten Druck ausgeübt wird. Erst dann begreift man, das Führung auch "Spaß" machen kann.
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